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Bei jeder Bundestagswahl hat Wahlforschung Konjunktur. Umfragen, Projektionen, Prognosen und Hochrechnungen sind ihre Instrumente. Die Datenbasis der Stimmungsbilder, wie sie einige Fernsehanstalten, Zeitungen oder Zeitschriften meist monatlich vorlegen, sind Meinungsumfragen. Im Zentrum steht hier immer die so genannte Sonntagsfrage – ergänzt durch viele weitere Daten über die Einstellung der Befragten zum politischen Betrieb.
INFO: Bundestagstagswahl 2005
Wahlprognosen 2005 zur vorgezogenen Bundestagswahl werden täglich aktualisiert auf wahl2005.net veröffentlicht.
Für alle Umfragen gilt: Befragt wird immer nur ein kleiner Ausschnitt, der Rückschlüsse auf die gesamte Bevölkerung zulassen soll. Das ist die so genannte Stichprobe: eine nach bestimmten Verfahren ausgewählte kleine Zahl von Menschen, die ein verkleinertes Abbild der Bevölkerung insgesamt ist. Wenn dieses Auswahlverfahren funktioniert, sind die Antworten dieser Gruppe repräsentativ für alle Deutschen – innerhalb statistisch berechenbarer Fehlerquoten.
Um diese Repräsentativität zu sichern, benutzen die Forschungsinstitute Stichprobenverfahren. Sollen die Menschen in persönlichen Interviews (face-to-face) befragt werden, wählt man einzelne Wahlbezirke und darin einzelne Haushalte nach dem Zufallsprinzip aus. Für Telefonumfragen, heute die Regel, werden die Beteiligten nach Telefonnummern aus den Telefonverzeichnissen gezogen. Spezielle Verfahren stellen sicher, dass auch Haushalte hineinkommen können, die nicht im Telefonbuch stehen. Bei beiden Vorgehensweisen wird dann eine Befragungsperson im Haushalt zufällig ausgewählt.
Schwieriger ist es, die ermittelte Stichprobe richtig auszuschöpfen. Die Frage, wieviele der zufällig ausgewählten Personen tatsächlich befragt werden (Ausschöpfungsquote), ist wichtiger für die Qualität des Ergebnisses als die Größe der Stichprobe. Leute, die nicht erreicht werden oder nicht mitmachen wollen, senken die Repräsentativität. Hunderte von gut geschulten Interviewerinnen und Interviewern müssen sich beharrlich bemühen, um die Ausfälle klein zu halten. Das ist teuer, aber wichtig, denn Verzerrungen lassen sich mathematisch nur zum Teil korrigieren.
Es gibt nicht viele spezialisierte politische Umfragen in Deutschland. Am bekanntesten ist das ZDF-Politbarometer, das monatlich ausschließlich politische und gesellschaftlich relevante Fragen stellt.
Die „Sonntagsfrage“ ist ein Messinstrument für die politische Stimmung. Je näher die Wahl rückt, desto tauglicher wird sie als erste Annäherung an die Vorhersage des Wahlergebnisses. Mit dieser Frage sind jedoch einige Probleme verbunden:
Zusammen mit einem Stichprobenfehler oder einer etwas zu niedrigen Ausschöpfungsquote kann das bereits massive Auswirkungen auf die Prognose haben.
Hinzu kommt das Problem der Gewichtung, die zur Auswertung notwendig ist. Gewichtung meint, dass die Antwort der einzelnen Befragten ein unterschiedliches Gewicht erhält. Dazu wird sie zum Beispiel mit dem Faktor 1,2 oder 0,9 multipliziert. Drei Gewichtungsverfahren sind üblich:
Wahlprognosen allein auf Basis der Sonntagsfrage zu treffen, ist sehr gewagt – da braucht es zusätzliche langfristig erhobene Daten und Vergleiche. In spezialisierten politischen Umfragen geht die Wahlforschung sehr detailliert den Motiven nach, die hinter Wahlentscheidungen stehen. Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen und des öffentlichen Interesses stehen ja nicht nur die auszählbaren Wahlergebnisse, sondern auch die vorausgegangenen Meinungsbildungsprozesse sowie längerfristige Verschiebungen. Hierzu untersucht die Wahlforschung alle individuellen und gruppenspezifischen Faktoren, die Einfluss auf die Wahlentscheidung der Wählerinnen und Wähler nehmen.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
Aktuelle Prognosen: wahlrecht.de - Umfragen zur Bundestagswahl (Sontagsfrage)
Ich glaube an das Image, an den Computer und an die Demoskopie.
(Vittorio de Sica, ital. Regisseur u. Schauspieler, 1902-1974)
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April 23rd, 2005 at 4:08 pm
hl oder NRW-Wahl Umfragen werden auf der Seite wahlrecht.de zusammengetragen. Im Artikel […]
April 23rd, 2005 at 4:09 pm
Schwarz-Gelb eine Mehrheit im künftigen Düsseldorfer Landtag. Wie Prognosen entstehen: Sonntagsfrage: Erstellung von Wahlp […]
April 30th, 2005 at 1:02 pm
sa-Untersuchungsausschuss in der Beliebtheitsskala weiter ab. In der […]
May 7th, 2005 at 11:47 am
Wahlprognosen sind meiner Meinung nach nutzlos, bis kurz vor einer Wahl. Die Landtagswahl in NRW wird erst in 2 Wochen entschieden, aber die Wahlprognosen NRW flimmern einem schon seit Wochen um die Ohren.
Ob Wahl in Bayern, Berlin, NRW, Niedersachsen oder sonstwo, entscheiden tuen doch schon längst die Medien und nicht die Politik.
Wer weiss schon was er wählen soll? Was eine Partei vertritt? Wahlprognosen - tztztz… Öffentlichkeitsarbeit von Imagebewussten Marktforschungsinstituten. Mehr nicht.
May 13th, 2005 at 2:29 pm
Bin völlig Ihrer Meinung, insbesondere was die Nutzlosigkeit langfristiger Wahlprogrnosen betrifft. Am Samstag vor dem Wahlsonntag gefragt und veröffentlicht (wenn’s opprtun wäre) wäre glaubhafter!
August 29th, 2005 at 7:03 am
Hallo.
Ich verlasse mich ja eeigentlich immer 100%tig auf die Wahlprognosen.
Sie sind mir eine sehr große Hilfe.
Bis dann!