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January 28, 2005

Ergebnisse der GfK-Konsumklima-Studie im Januar 2005

Von (9:57 pm) | Umfragen-Kategorie(n): Studien-Ergebnisse

Über den guten Verlauf des Weihnachtsgeschäftes hinaus prognostizierte die Mehrheit der Wirtschaftsexperten auch eine positive Entwicklung der Binnennachfrage. Vieles deutet darauf hin, dass das Wachstum im Jahr 2005 zwar vor allem von der Entwicklung des Außenhandels abhängt, aber möglicherweise auch vom inländischen Konsum und der Investitionstätigkeit getragen wird. Aus diesem Grund scheint die konjunkturelle Entwicklung in diesem Jahr nicht mehr ganz so sensibel auf exogene Faktoren wie Wechselkursschwankungen oder steigende Rohstoffpreise zu reagieren.

Konjunkturerwartung: deutliche Stimmungsaufhellung

Nach drei – wenn auch nur geringen – Rückgängen in Folge, legte der Indikator Konjunkturerwartung im Januar spürbar zu. Mit einem Wert von minus 5,9 hat er sich um 12,4 Punkte gegenüber dem Vormonat verbessert und erreicht den höchsten Stand seit April letzten Jahres. Damit steht der Indikator fast auf dem Niveau vom Januar 2004, in dem er minus 5,8 betrug.

Die Werte für Januar legen den Schluss nahe, dass die Verbraucher deutlich hoffnungsvoller in die Zukunft schauen als in den Monaten zuvor. Es scheint, als würden sich unter der deutschen Bevölkerung eine Art Aufbruchstimmung und Optimismus verbreiten. Ein möglicher Grund könnte sein, dass Meldungen zu spektakulären Massenentlassungen und Rekordverlusten in den letzten Monaten seltener geworden sind. Auch dass die deutsche Wirtschaft den Titel „Exportweltmeister“ im Jahr 2004 verteidigen konnte, macht die Verbraucher offensichtlich glauben, dass Deutschland das Zeug hat, erfolgreich zu sein.

Ob sich der Optimismus allerdings festigt, hängt in den nächsten Monaten stark davon ab, ob sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zumindest einigermaßen stabil entwickeln. Die Hoffnung auf Aufschwung könnte durch erneute von außen indizierte Hiobsmeldungen, zum Beispiel eine weitere Schwächung des US-Dollars oder stark steigende Energiepreise wieder zunichte gemacht werden.

Einkommenserwartung: erstmals wieder über Durchschnitt

Unter den Indikatoren, die das Konsumklima in Deutschland widerspiegeln, konnte die Einkommenserwartung in diesem Monat den stärksten Anstieg für sich verbuchen. Nachdem sich der Indikator im gesamten letzten Jahr mit einem stetigem Auf und Ab sehr instabil entwickelt hatte, stieg er nun zum zweiten Mal in Folge. Mit einem Wert von plus 6,7 liegt die Einkommenserwartung seit April letzten Jahres zum ersten Mal wieder über dem langfristigen Durchschnitt von 0. Nach minus 13,5 Punkten im Dezember konnte sie im Januar mit einem Zuwachs von gut 20 Punkten deutlich zulegen. Es sieht so aus, als habe die Einkommenserwartung den Tiefstand von minus 19,5 im August 2004 endgültig hinter sich gelassen.

Die stimmungsbeeinflussenden Faktoren wie die Kosten in der Gesundheitsversorgung, die Energiepreise oder die Kürzung von Sozialleistungen scheinen die Verbraucher inzwischen verarbeitet und in die Bewertung der persönlichen Einkommensentwicklung einbezogen zu haben. Zusammen mit den finanziellen Entlastungen aus der nächsten Stufe der Steuerreform sorgen diese Faktoren dafür, dass die Verbraucher wieder eine deutlich positivere Erwartung hinsichtlich ihrer individuellen Einkommensentwicklung an den Tag legen.

Anschaffungsneigung: Aufwärtstrend hält an

Im Sog der positiven Entwicklung von Konjunktur- und Einkommenserwartung konnte auch die Anschaffungsneigung aktuell zulegen. In den Monaten November und Dezember war die Neigung, größere Anschaffungen zu tätigen, gestiegen und galt als Hauptursache einer insgesamt positiveren Konsumlaune. Dieser Trend setzte sich nun fort, denn der Wert, der sich bereits im Dezember 2004 um 2,1 Punkte auf minus 22,3 verbessert hatte, stieg zu Beginn dieses Jahres um weitere 7,9 auf minus 14,4 Punkte.

Vor allem die positive Einkommensstimmung und die wieder sinkende Angst vor der eigenen Arbeitslosigkeit konnten zu der positiven Entwicklung der Anschaffungsneigung beitragen.

Konsumklima: positiver Start lässt hoffen

Insbesondere wegen der deutlich verbesserten Einkommenserwartung hat auch das Konsumklima zugelegt. Für Februar 2005 prognostiziert die GfK einen Wert von 4,1 nach revidiert 3,1 für Januar 2005. Es sieht so aus, als sei der Start ins Jahr 2005 geglückt. Die Binnennachfrage könnte somit wieder eine wichtigere Rolle für eine positive Konjunkturentwicklung spielen. Damit sich die Konsumstimmung allerdings nachhaltig bessert, ist es notwendig, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt stabilisiert und das Vertrauen der Verbraucher in die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes steigt.

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