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Meinungsforschung: Fehlende Festnetzanschlüsse bereiten Forschern Probleme

17 September 2006 No Comment

Die Tarife der Mobilfunk Anbieter machen es möglich. Immer mehr Menschen verzichten auf den Festnetz-Anschluß und sind nur noch mobil erreichbar.

Nach statistischen Erhebungen der Europäischen Union haben bereits 12 Prozent der Bundesbürger keinen Festnetzanschluß mehr. Diese Mitmenschen sind nicht mehr durch die Vorwahl-Umfragen der Meinungsforscher zu erreichen. Gerade junge Männer in Großstädten haben die “Home-Zone” für sich entdeckt und sind verhältnismäßig stark in dieser Gruppe vertreten.

Gerade vor Wahlen ist diese sogenannte Abtastlücke(blinder Fleck) für Meinungsforscher problematisch. Bei jungen Männern seien die rechtsextremen Parteien beispielsweise überdurchschnittlich erfolgreich – eine Information die im Vorfeld der heutigen Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern natürlich schmerzlich fehlt.

Dieses Problem kennen auch die Meinungsforscher. In Telefonstichproben bekommen sie eine leichte Verzerrung, da sich die 12 Prozent nicht wie die übrigen 88 Prozent der noch erreichbaren verhalten. Natürlich lassen sich auch solche Lücken durch geeignete Verfahren ausgleichen, langfristig kann es laut Richard Hilmer von Infratest-dimap aber durchaus passieren, dass man bestimme Bevölkerungsgruppen nicht mehr per Stichprobe erreicht.

Die klassische Telefonbefragung wird langfristig um andere Verfahren ergänzt werden müssen. Bundesweit melden sich derzeit mehr als 125.000 Menschen monatlich von ihrem Festnetzanschluss ab.

Quelle: Tagesthemen.de

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