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WM-Sicherheit: Auch ein Wahrnehmungsphänomen

5 Juni 2005 No Comment

Ein hohes Maß an Transparenz mahnt Prof. Dr. Markus Voeth von der Universität Hohenheim bei Verabschiedung und Umsetzung des nationalen Sicherheitskonzepts für die WM 2006 an. “Unsere Studien legen nahe, dass Sicherheitsrisiken von der Bevölkerung umso geringer und das Vertrauen in die Sicherheitsorgane umso höher eingeschätzt werden, je mehr die Bevölkerung mit der Arbeit der Sicherheitsorgane vertraut ist.” Dagegen würde die Ankündigung von eigentlich unpopulären Maßnahmen – wie aufwändigen Einlasskontrollen – die Akzeptanz der WM nicht schmälern.

Auch die Wahrnehmung der Bevölkerung ist wichtig: Für Prof. Dr. Voeth ist die Akzeptanz der Bevölkerung der eigentliche Schlüssel für den Erfolg der Fußball-WM 2006. In bislang vier WM-Studien hat der Betriebswirtschaftler deshalb WM-Euphorie und -Ängste der Bevölkerung gemessen. Dabei war das Sicherheitsempfinden der Studien-Schwerpunkt im Jahr 2004. Zur Zeit läuft die Datenerhebung für eine fünfte Untersuchung.

“Bei unserer vorherigen Studie hat die Bevölkerung auch Bereitschaft gezeigt, zu Gunsten erhöhter Sicherheit etwas zeitaufwändige Einlasskontrollen, Personenkontrollen in den Innenstädten und teilweise auch Zugverspätungen und Staus hinzunehmen”, so Projektleiter Stefan Sandulescu. Damals sei es die Sorge vor Terror-Anschlägen gewesen, die die Bevölkerung mehr noch als Hooligans beunruhigte. “Wir sind gespannt, ob sich diese Einschätzung nach den Ausschreitungen deutscher Hooligans in Celje verschoben hat.”

Um das Projekt “WM 2006″ zum Erfolg zu führen, müssten Sicherheitsorgane neben der fachlichen Einschätzung auch solche Trends und die subjektiven Ängste der Bevölkerung ernst nehmen, urteilt Marketing-Experte Prof. Dr. Voeth. Wobei die generelle Zustimmung zu dem Sportereignis bislang mit jeder Studie zugenommen habe.

Mit der aktuellen Umfrage wollen Prof. Dr. Voeth und sein Lehrstuhlteam mit ihren Marketing-Studierenden neben dem Sicherheitsthema auch das wirtschaftliche Potential der WM 2006 für das Marketing ausloten. “Wir untersuchen auch, in welchen Branchen es sich lohnt, das Thema “Fußball” und “Fußball-WM” innerhalb der Vermarktung aufzugreifen, wenn man nicht internationaler Sponsor oder nationaler Förderer ist”, sagt der Initiator der Langzeit-Studie.

Erste Ergebnisse der aktuellen Studie wird es ab Mitte Juni geben.

Kontaktadresse (nicht zur Veröffentlichung):
Prof. Dr. Markus Voeth
Universität Hohenheim, Institut für Betriebswirtschaftslehre, Lehrstuhl für Marketing
Tel: 0711 459-2925, E-Mail: marketing@uni-hohenheim.de

Quelle: IDW – Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de

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