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Umfrage: Jeder vierte Westdeutsche will die Mauer zurück

26 März 2005 No Comment

Umfrage der Freien Universität Berlin: Das Ost-West-Verhältnis
von Hans N ibbrig

Mehr als 15 Jahre nach dem Fall der Mauer wird das Miteinander von Ost- und Westdeutschen immer noch in erheblichem Umfang von Vorurteilen und Feindseligkeiten bestimmt. Das zeigt eine jetzt vorgestellte Studie von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin (FU) in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Forsa, zu der in den vergangenen Wochen 2000 repräsentativ ausgewählte Berliner und Brandenburger befragt wurden.

Die Ergebnisse der Studie belegen, daß längst überwunden geglaubte Klischees nach wie vor das Zusammenleben der Deutschen bestimmen.

Dem Symbol der deutschen Teilung, der Mauer, gewinnen viele Deutsche sogar etwas Positives ab. Die Frage “Wäre es besser, wenn die Mauer zwischen Ost und West noch stehen würde?” wurde auch West- und Ostdeutschen außerhalb von Berlin und Brandenburg gestellt. 24 Prozent aller Westdeutschen und zwölf Prozent aller Ostdeutschen beantworteten sie mit Ja.

Die Berliner selbst betrachten die frühere Teilung kritischer: Elf Prozent der Befragten im Westteil und acht Prozent aus dem Ostteil vertraten die Ansicht, es wäre besser, die Mauer stünde noch.

Weitaus weniger kritisch gingen die Berliner mit Klischees und Vorurteilen um. Jeder dritte Westberliner (34 Prozent) vertritt die Meinung, viele Ostdeutsche seien dem westlichen Leistungsdruck nicht gewachsen. Dieser Aussage stimmten 16 Prozent der Ostberliner und 17 Prozent der Brandenburger zu. Daß die Ostdeutschen allzu sehr zum Selbstmitleid neigen, fanden 58 Prozent der Westberliner.

Ähnlich lautete das Ergebnis bei dem Vorwurf, die Ostdeutschen machten es sich zu einfach: Dem Satz “Leben wie im Westen, aber nur Arbeiten wie im Osten” stimmten 56 Prozent der Befragten im einstigen Westberlin zu.

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