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GfK-Studie zu Kaufkraft in Europa – arm und reich eng nebeneinander

10 Mai 2005 No Comment

GfK-Studie zu Kaufkraft in über 1.600 europäischen Regionen

Nürnberg, 3. Mai 2005 – Liechtenstein, Luxemburg und die Schweiz sind Oasen des Wohlstands in Europa. Ein Einwohner Liechtensteins hat mehr als doppelt so viel verfügbares Einkommen wie ein Deutscher. In den Ländern Zentral- und Osteuropas verdienen die Menschen erheblich weniger als die Bewohner der anderen europäischen Länder. Die niedrigste Kaufkraft haben mit durchschnittlich 280 Euro im Jahr die Bürger Moldawiens.

Liechtensteins Einwohner sind mit einem verfügbaren Jahresnettoeinkommen von rund 42.000 Euro Spitzenreiter in Europa, gefolgt von den Schweizern mit 25.691 Euro, den Luxemburgern mit 25.210 und den Norwegern mit rund 20.000 Euro pro Einwohner im Durchschnitt. Deutschland liegt mit 17.087 Euro Pro-Kopf-Einkommen jährlich hinter Dänemark und Großbritannien auf dem 10. Platz. Betrachtet man einzelne Regionen in Europa, so befinden sich allein in der Schweiz 15 der 18 wohlhabendsten Regionen Europas ? angeführt von Genf mit einer durchschnittlichen Kaufkraft von rund 32.000 Euro.

Zentral- und Osteuropa ist einkommensschwächste Region

Im unteren Bereich der Rangfolge nach verfügbarem Einkommen befinden sich die Länder Zentral- und Osteuropas. Doch auch zwischen diesen gibt es signifikante Unterschiede: Während die Slowenen mit 8.391 Euro jährlich über das höchste Einkommen in dieser Region verfügen, kommen Weißrussen mit 578 Euro, Ukrainer mit 515 Euro und schließlich Moldawier mit im Schnitt 280 Euro Jahreseinkommen aus. Auch die EU-Beitrittskandidaten Rumänien und Bulgarien verfügen lediglich über eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 1.661 Euro bzw. 1.544 Euro.

In der Europäischen Union sind neben den Einwohnern Luxemburgs die Iren mit rund 18.000 Euro und die Österreicher mit 17.699 Euro Spitzenreiter. Dagegen rangieren Slowaken und Letten mit einem Einkommen von weniger als 3.000 Euro im Jahr am Ende der Rangfolge.

Preisbereinigte Kaufkraft: Länderunterschiede fallen geringer aus

Für einen internationalen Vergleich ist es sinnvoll, den unterschiedlichen Preisniveaus und Lebenshaltungskosten der einzelnen Länder Rechnung zu tragen. Da die Preisniveaus in den wohlhabenden Ländern höher sind als in kaufkraftschwächeren, fallen die Wohlstandsunterschiede zwischen den Ländern geringer aus.

Die Schweiz, die hinsichtlich der nicht-preisbereinigten Kaufkraft die Nummer 2 Europas ist, rückt nun in deutlichem Abstand zu Liechtenstein und Luxemburg mit rund 19.700 Euro auf Platz 3. Es folgen Österreich, Großbritannien, Frankreich, Norwegen, Belgien und Deutschland, in denen die preisbereinigte Kaufkraft zwischen 16.000 und knapp 18.000 Euro liegt. Auch in dieser Betrachtung sind die absolut ärmsten Länder Europas Albanien, Belarus, Ukraine und Moldawien.

Preisbereinigte Kaufkraft 2005 in Euro je Einwohner und Jahr*

 
 
 
 
 
Liechtenstein
32.203
 
Tschechische Republik
8.265
Luxemburg
22.331
 
Ungarn
7.805
Schweiz
19.658
 
Litauen
7.197
Österreich
17.531
 
Polen
6.949
Großbritannien
16.710
 
Kroatien
6.313
Frankreich
16.706
 
Slowakei
6.267
Norwegen
16.559
 
Estland
5.963
Belgien
16.260
 
Lettland
5.632
Deutschland
16.207
 
Rumänien
4.567
Italien
16.162
 
Bulgarien
4.313
Irland
16.050
 
Türkei
4.257
Niederlande
14.696
 
Russland
3.750
Island
14.687
 
Serbien und Montenegro
3.573
Schweden
13.975
 
Bosnien und Herzegowina
3.306
Finnland
13.886
 
Mazedonien
3.163
Dänemark
13.634
 
Ukraine
1.853
Zypern
13.167
 
Weißrussland
1.815
Spanien
12.997
 
Albanien
1.482
Griechenland
12.447
 
Moldawien
783
Slowenien
11.614
 
 
 
Portugal
11.115
 
Durchschnitt EU 25
14.255
Malta
10.158
 
Durchschnitt Europa
9.894

*Die preisbereinigte Kaufkraft entspricht der so genannten Kaufkraft nach Euro-Paritäten, welche die unterschiedlichen Preisniveaus und Lebenshaltungskosten in den einzelnen Ländern für den internationalen Vergleich einbezieht.

Großes Einkommensgefälle innerhalb der Länder ? Beispiel Polen

Innerhalb der einzelnen Länder gibt es ebenfalls große regionale Einkommensunterschiede ? so beispielsweise in den 45 polnischen Podregionen. Die Kaufkraft der Warschauer Bürger beispielsweise liegt 55 Prozent über dem polnischen Durchschnitt, die Kaufkraft der Bewohner einiger ostpolnischer Regionen dagegen mehr als 20 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Blicken die Polen an der deutsch-polnischen Grenze nach Westen, ist die Einkommenskluft auch unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Preise sehr groß: Während ein Pole durchschnittlich über 6.949 Euro verfügt, stehen seinem deutschen Nachbarn 16.207 Euro zur Verfügung. Blicken sie jedoch nach Osten, zeigt sich an den Grenzen zu Weißrussland (1.815 Euro) und der Ukraine (1.853 Euro) auch ein hohes Wohlstandsgefälle, diesmal jedoch mit umgekehrten Vorzeichen.

Zur Studie

Die Ergebnisse stammen aus dem von der GfK Regionalforschung publizierten GfK Europa Report 2005 zu über 1.600 Regionen in 47 Ländern. Neben Angaben zur Kaufkraft sind Informationen zu Soziodemographie, Industrie und Einzelhandel, Beschäftigung, Verkehr, Wohnungs- und Bausektor sowie zum Bruttoinlandsprodukt enthalten.

Die in der Studie betrachtete Kaufkraft ist das Netto-Einkommen inklusive staatlicher Transferleistungen.
Die Kaufkraft in Euro-Paritäten berücksichtigt das jeweilige landesspezifische Preisniveau sowie die Lebenshaltungskosten.

Weitere Informationen: GfK Marktforschung, Regionalforschung, Christiane Betzner, Tel. 0911 395-3483, e-Mail: christiane.betzner@gfk.de, oder Joachim Opferkuch, Tel. 0911 395-2923, e-Mail: joachim.opferkuch@gfk.de

Zur GfK Gruppe

Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 5 der Marktforschungsunternehmen, ist in den fünf Geschäftsfeldern Custom Research, Retail and Technology, Consumer Tracking, Media und HealthCare aktiv. Neben 13 Niederlassungen in Deutschland gehören zur GfK Gruppe weltweit über 120 Unternehmen und Beteiligungen in 61 Ländern. Von den derzeit über 5.500 Beschäftigten arbeiten etwa 1.500 in Deutschland. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.de.

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