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Gfk-Studie: Jüngere Wohlhabende leben im Süden Deutschlands

7 März 2005 No Comment

Alterspezifische Kaufkraft aus der GfK-Kaufkraftstudie 2005

Die 40- bis 49-Jährigen sind mit durchschnittlich 24.880 Euro pro Einwohner und Jahr die kaufkräftigste Altersgruppe Deutschlands. Demgegenüber stehen die 20- bis 29-Jährigen, die lediglich über ein Durchschnittseinkommen von 14.189 Euro pro Kopf verfügen. Die Altersgruppen verteilen sich regional ganz unterschiedlich über Deutschland. So leben die kaufkräftigsten Senioren im Westen Deutschlands, insbesondere im Hochtaunuskreis mit einem Pro-Kopf-Einkommen von durchschnittlich 27.462 Euro. Die kaufkräftigsten Twens wohnen besonders häufig im Süden Deutschlands, insbesondere im Kreis Starnberg mit einem verfügbaren Einkommen von 21.459 Euro.

Zusammen mit der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen mit der höchsten Kaufkraft – Jahresnettoeinkommen inklusive Zinsen, Mieten und staatlichen Transferleistungen wie Renten- und Arbeitslosengeld – pro Kopf und Jahr von 24.880 Euro sind auch noch die 50- bis 59-Jährigen mit einer Kaufkraft von 24.008 und die 30- bis 39-Jährigen mit 22.881 Euro zur Altersgruppe der Besserverdienenden zu zählen. Personen, die älter als 60 oder jünger als 30 sind, verfügen über ein zum Teil erheblich geringeres Durchschnittseinkommen. Das sind Ergebnisse einer Studie der GfK Marktforschung, in der erstmals Altersgruppen hinsichtlich ihrer Kaufkraft analysiert wurden.

Bemerkenswert ist, dass die Pro-Kopf-Kaufkraft der Generation 50plus mit 21.244 Euro um mehr als 2.000 Euro pro Jahr höher ist als die der gern umworbenen Gruppe der Unter-50-Jährigen mit 19.131 Euro.

Betrachtet man die Gesamtvolumina, so haben die 40- bis 49-Jährigen mit 323 Milliarden Euro ebenfalls die Nase vorne, jedoch dicht gefolgt von den Senioren über 65 mit 293 Milliarden Euro.

Die Aufschlüsselung der alterspezifischen Kaufkraft nach Stadt- und Landkreisen zeigt, dass bei den 20- bis 29-Jährigen Süddeutschland ganz vorn liegt, insbesondere der Landkreis Starnberg, in dem im Durchschnitt jede Person dieser Altersgruppe 21.459 Euro pro Jahr zur Verfügung hat. Dahinter liegen mit 20.281 Euro und 19.885 Euro der Landkreis München beziehungsweise die Stadt München. Deutschlandweit lässt sich bei dieser Altersgruppe ein Süd-Nord-Gefälle feststellen.

Ganz anders sieht das Bild bei den Personen aus, die älter als 65 Jahre sind. Sie wohnen – vor allem soweit es die Besserverdienenden dieser Altersgruppe betrifft – etwa gleichermaßen in südlichen und nördlichen Regionen. Die Senioren mit der höchsten Kaufkraft in Deutschland leben im Hochtaunuskreis. Sie haben mit 27.462 Euro über 1.000 Euro mehr pro Jahr zur Verfügung, als ihre Altersgenossen im Main-Taunus-Kreis mit 26.421 Euro. Die Senioren mit der dritthöchsten Kaufkraft dieser Altersgruppe leben in dem zwischen Hamburg und Lübeck gelegenen Landkreis Stormarn und besitzen mit 24.916 Euro bereits rund 1.500 Euro weniger.

Ein detaillierter Vergleich insbesondere der großen Städte zeigt, dass man unter Kaufkraftgesichtspunkten München als Metropole der Jungen und Hamburg als Metropole der Älteren bezeichnen kann. So verfügen die rund 177.000 Münchner zwischen 20 und 29 Jahren über 3,5 Milliarden Euro Einkommen, während die rund 239.000 Hamburger der gleichen Altersgruppe 0,6 Milliarden Euro weniger besitzen. Dagegen liegt die Gesamtkaufkraft der über 65-Jährigen in Hamburg mit 7,5 Milliarden Euro deutlich über dem Münchener Niveau von 4,7 Milliarden Euro in dieser Altersgruppe.

Vergleicht man den Westen mit dem Osten Deutschlands, wird deutlich, dass die Schere zwischen Ost und West am stärksten in der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen auseinanderklafft. In Westdeutschland liegt das durchschnittliche Einkommen in dieser Altersgruppe bei 25.703 Euro pro Einwohner und Jahr, in Ostdeutschland inklusive Berlin dagegen nur bei 17.830 Euro. Dagegen ist in der Ruhestandsgeneration ab 65 die Ost-West-Schere wieder erheblich eingeebnet. Im Westen liegt die durchschnittliche Kaufkraft hier bei 20.393 Euro, im Osten bei 17.077 Euro.

ZUR STUDIE.Erstmals wurde für das Jahr 2005 die GfK Kaufkraft sowohl regional als auch nach Altersgruppen analysiert. Die Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen ohne Steuern und Sozialabgaben inklusive Transferleistungen und wird pro Kopf und Jahr in Euro und als Index ausgewiesen. Basis der Berechnung sind neben Daten der Einkommensteuerstatistik einschlägige Statistiken zur Berechnung von Transferleistungen, Ergebnisse des Mikrozensus sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute.

Die GfK Kaufkraft nach Altersgruppen 2005 kann aktuell für alle deutschen Stadt- und Landkreise, für alle Gemeinden und Postleitzahlgebiete direkt bei der GfK Marktforschung, Bereich Regionalforschung, Christiane Betzner, Tel.: +49 (0)911 395 3483, Fax: +49 (0)911 395 3787, E-Mail: christiane.betzner@gfk.de oder Sandra Grimm, Tel.: +49 (0)911 395 2239, Fax: +49 (0)911 395 3787, E-Mail: sandra.grimm@gfk.de, bestellt werden.

Quelle: Marktforschungsinstitut GfK AG, Nürnberg

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