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Definition Wissenschaftliches Fehlverhalten

9 Juni 2005 No Comment

Da ich heute über das Thema “Wissenschaftliches Fehlverhalten” gestolpert bin (Beitrag Forscher manipulieren Studien), habe ich zu diesem Thema weiter recharchiert und Definitionen sowie Richtlinien zum Thema aufgespürt.

Was ist wissenschaftliches Fehlverhalten?

(1) Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn in einem wissenschaftserheblichen Zusammenhang bewusst oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges Eigentum anderer verletzt oder sonst wie deren Forschungstätigkeit beeinträchtigt wird. Entscheidend sind jeweils die Umstände des Einzelfalles.

(2) Als möglicherweise schwerwiegendes Fehlverhalten kommt insbesondere in Betracht:

  • 1. Falschangaben
    • das Erfinden von Daten,
    • das Verfälschen von Daten, zum Beispiel
    • durch Auswählen und Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse, ohne dies
      offen zu legen,
    • durch Manipulation einer Darstellung oder Abbildung,
    • - unrichtige Angaben in einem Bewerbungsschreiben oder einem Förderantrag einschließlich Falschangaben zum Publikationsorgan und zu in Druck befindlichen Veröffentlichungen.
  • 2. Verletzung geistigen Eigentums
    In bezug auf ein von einem anderen geschaffenen urheberrechtlich geschütztem
    Werk oder von anderen stammende wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse, Hypothesen, Lehren oder Forschungsansätze:

    • die unbefugte Verwertung unter Anmaßung der Autorenschaft (Plagiat),
    • die Ausbeutung von Forschungsansätzen und Ideen, insbesondere als
      Gutachter (Ideendiebstahl),
    • die Anmaßung oder unbegründete Annahme wissenschaftlicher Autorenoder Mitautorenschaft,
    • die Verfälschung des Inhalts,
    • die unbefugte Veröffentlichung und das unbefugte Zugänglichmachen gegen
      über Dritten, solange das Werk, die Erkenntnis, die Hypothese, die Lehre oder der Forschungsansatz noch nicht veröffentlicht sind.
  • 3. Inanspruchnahme der (Mit-)Autorenschaft einer anderen ohne deren Einverständnis.
  • 4. Sabotage von Forschungstätigkeit (einschließlich dem Beschädigen, Zerstören oder Manipulieren von Versuchsanordnungen, Geräten, Unterlagen, Hardware, Software, Chemikalien oder sonstiger Sachen, die ein anderer zur Durchführung eines Experiments benötigt).
  • 5. Beseitigung von Primärdaten, insofern damit gegen gesetzliche Bestimmungen oder disziplinbezogen anerkannte Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit verstoßen wird. Die Beseitigung von Primärdaten, zumal im Wiederholungsfalle, kann unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles für eine Untersuchungsbehinderung zur Vertuschung von Fehlverhalten oder für grobe Fahrlässigkeit sprechen.

(3) Eine Mitverantwortung für Fehlverhalten kann sich unter anderem ergeben aus

  • aktiver Beteiligung am Fehlverhalten anderer,
  • Mitwissen um Fälschungen durch andere,
  • Mitautorenschaft an fälschungsbehafteten Veröffentlichungen,
  • grober Vernachlässigung der Aufsichtspflicht.

Quelle: FH-Heilbronn, Satzung über die Sicherung guter Wissenschaftlicher Praxis

Was Sie dazu noch interessieren könnte…

DFG: Empfehlungen der Kommission “Selbstkontrolle in der Wissenschaft” (PDF)

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